Ausstieg planen

WordPress ablösen ohne Ihre Website zu verlieren

Wenn die Entscheidung im Raum steht, geht es weniger um Technik als um Ordnung. Welche Wege gibt es, welche Risiken hängen daran und was ist am Ende das Ergebnis?

Ausgangslage

Meistens ist es nicht ein Grund, sondern eine Summe

Niemand wacht morgens auf und beschließt, ein Content-Management-System loszuwerden. Der Wunsch entsteht langsam, aus vielen kleinen Ärgernissen.

Ein Update, das eine Woche Nacharbeit gekostet hat. Eine Wartungsrechnung, bei der niemand sagen kann, wofür genau. Ein Formular, das drei Wochen lang keine Mails verschickt hat und es ist nur zufällig aufgefallen. Dazu die Ahnung, dass die Seite auf dem Handy zu langsam ist, ohne dass jemand im Haus das belegen könnte.

Irgendwann fragt jemand in der Geschäftsführung, ob das eigentlich so sein muss. Genau an diesem Punkt sind die meisten unserer Gespräche, wenn sie beginnen.

Diese Seite soll Ihnen bei der Entscheidung helfen, nicht beim Verkauf. Sie können am Ende auch zu dem Schluss kommen, dass WordPress bleibt. Das ist ein völlig legitimes Ergebnis und wir sagen es Ihnen auch dann, wenn es gegen unseren eigenen Auftrag spricht.

Optionen

Vier Wege, die tatsächlich zur Auswahl stehen

Der Sprung von WordPress weg ist selten die einzige Möglichkeit. Wir stellen die realistischen Alternativen nebeneinander, mit ihren Nachteilen.

01

Bleiben und aufräumen

WordPress bleibt, wird aber entrümpelt: weniger Erweiterungen, eigener Code statt Baukasten, aktuelle PHP-Version, saubere Datenbank. Der geringste Eingriff mit dem besten Verhältnis aus Aufwand und Wirkung, solange die Redaktion zufrieden ist. Was dabei passiert, steht unter technisches Aufräumen.

02

Zu einem anderen Redaktionssystem wechseln

Klingt nach Fortschritt, ist aber oft nur ein Tausch der Baustelle. Sie bekommen wieder Updates, wieder Erweiterungen, wieder Abhängigkeiten, nur mit anderen Namen. Sinnvoll ist das, wenn Sie Funktionen brauchen die WordPress nicht gut abbildet, etwa mehrsprachige Redaktion in großem Umfang.

03

Zurückbauen

Design, Inhalte, URLs und die benötigten Funktionen wandern in eine schlanke Auslieferung. Kein Login, keine Plugin-Kette, kaum laufende Pflege. Der passende Weg für Unternehmensseiten mit stabilen Inhalten. Details unter Rückbau im Detail.

04

Baukasten mieten

Schnell und günstig im Einstieg, dafür bleiben Sie an einen Anbieter gebunden. Export ist meist eingeschränkt, individuelle Anpassungen ebenso. Für kleine Projekte in Ordnung, für gewachsene Unternehmensseiten mit vielen URLs selten die richtige Wahl.

Risiken

Was beim Ausstieg schiefgehen kann

Wir tun nicht so, als wäre ein Wechsel harmlos. Der Anspruch ist, dass Sie dabei nichts verlieren, weder Inhalte noch Sichtbarkeit. Diese fünf Punkte sind die häufigsten Ursachen für Ärger nach einer Umstellung.

  • URLs ändern sich unbemerkt, weil beim Export Groß- und Kleinschreibung oder Trennzeichen anders behandelt werden.
  • Formulare landen im Nichts, weil der Empfänger nur im alten Plugin hinterlegt war.
  • Strukturierte Daten fehlen, wodurch erweiterte Suchergebnisse verschwinden.
  • Bilder werden in anderer Größe ausgeliefert und die Seite baut sich beim Laden sichtbar um.
  • Alte Sprachversionen oder Archivseiten fallen hinten runter weil sie in keiner Liste standen.

Alle fünf lassen sich mit hilfe einer vollständigen Inventur und einer Prüfliste vermeiden. Wie das im Detail abläuft, steht auf der Seite zur abgesicherten Umstellung.

Datenübernahme

Was mitkommt und wem es gehört

Ihre Inhalte gehören Ihnen. Das klingt selbstverständlich, ist es in der Praxis aber nicht immer, weil Inhalte oft in Plugin-eigenen Formaten stecken. Deshalb prüfen wir vor jeder Umstellung, wo die Daten tatsächlich liegen.

  • Seiten, Beiträge und deren Veröffentlichungsdaten
  • Mediathek inklusive der Dateinamen, damit Bild-URLs stabil bleiben
  • Menüs, interne Verlinkung und die Sitemap-Struktur
  • Metadaten aus dem bisherigen SEO-Plugin
  • Formularfelder, Empfängeradressen und Bestätigungstexte
  • Benutzerkonten, sofern es überhaupt welche gibt die noch aktiv sind

Des weiteren gehört die Weiterleitungsliste zum Umzugsgut. Sie ist der Teil, der später über Sichtbarkeit entscheidet und den man an statt einer Rundum-Weiterleitung auf die Startseite wirklich einzeln pflegen sollte.

Selbsttest

Sechs Fragen, die Sie vorher beantworten sollten

Wenn Sie diese Punkte für sich klären können, ist die Entscheidung meistens schon gefallen. Sie brauchen dafür keinen Dienstleister.

Fragen zur Selbsteinschätzung und was die Antwort jeweils nahelegt
Frage Antwort spricht für Bleiben Antwort spricht für Ausstieg
Wie oft ändern Sie Inhalte? wöchentlich oder öfter ein paar Mal im Jahr
Wer im Haus pflegt die Seite? ein eingespieltes Team niemand so richtig
Was zahlen Sie jährlich für Wartung? wenig, und es passiert etwas dafür viel, ohne sichtbare Gegenleistung
Wie viele Erweiterungen sind aktiv? unter zehn, alle bewusst gewählt zwanzig und mehr, Herkunft unklar
Gab es schon Sicherheitsvorfälle? nein, und Backups laufen ja, oder niemand weiß es genau
Brauchen Sie Login-Bereiche? ja, für Kunden oder Mitglieder nein, nur zum Bearbeiten

Diese Tabelle ersetzt kein Gespräch, aber sie sortiert die Gedanken. Wieviel Aufwand am Ende dahinter steckt, hängt vor allem an der Zahl der URLs und an der Frage wie viele Sonderfälle über die Jahre entstanden sind.

Ergebnis

Was Sie nach der Ablösung haben

Am Ende steht eine Website, die für Ihre Besucher gleich aussieht und sich für Sie anders anfühlt. Zu dem gehören ein paar sehr konkrete Dinge:

  • Alle Dateien und die Dokumentation in Ihrer Hand, ohne Bindung an uns
  • Deutlich schnellere Auslieferung, besonders spürbar auf Mobilgeräten
  • Keine Update-Termine, keine Plugin-Lizenzen, keine Kompatibilitätstests
  • Eine kleinere Angriffsfläche, weil die typischen Einstiegspunkte fehlen
  • Klare Zuständigkeit: Sie wissen, wer was ändern kann

Was Sie nicht bekommen, ist ein Versprechen auf ewige Ruhe. Server wollen weiter betreut werden, Zertifikate laufen ab, Inhalte veralten. Der Unterschied ist, dass diese Arbeit planbar wird.

Zusammenarbeit

Wie ein Ausstieg bei uns beginnt

  1. Kurzer Blick von außen

    Wir sehen uns die Seite an, prüfen Ladeverhalten, Technik und Umfang und melden uns mit einer ersten Einschätzung. Das kostet Sie nichts.

  2. Zugang und Inventur

    Mit Zugriff auf Hosting und Installation entsteht die vollständige Liste aller Seiten, Funktionen und eingebundenen Dienste.

  3. Empfehlung mit Alternativen

    Sie bekommen schriftlich, was wir vorschlagen, welche anderen Wege denkbar wären und was jeweils dagegen spricht.

  4. Entscheidung und Termin

    Erst danach reden wir über Zeitplan und Umsetzung. Bis dahin haben Sie keinerlei Verpflichtung.

Häufige Fragen

Fragen zum Abschied von WordPress

Ist WordPress heute noch eine schlechte Wahl?

Nein. WordPress ist ein ausgereiftes System mit einer riesigen Gemeinschaft dahinter und für viele Projekte weiterhin sinnvoll. Die Frage ist nicht, ob es gut ist, sondern ob Sie das brauchen, was es Ihnen bietet. Wer eine Seite pflegt wie einen Prospekt, bezahlt bei WordPress laufend für Möglichkeiten die ungenutzt bleiben.

Kann ich meinen bisherigen Dienstleister behalten?

Das entscheiden Sie. Wir arbeiten regelmäßig mit den Agenturen zusammen, die eine Seite ursprünglich gebaut haben. Wichtig ist nur, dass wir Zugang bekommen und dass klar ist, wer nach der Umstellung wofür zuständig ist. Ein Wechsel des Ansprechpartners ist keine Voraussetzung.

Was ist mit meinem laufenden Wartungsvertrag?

Den sollten Sie erst kündigen, wenn die neue Lösung läuft. Prüfen Sie vorher die Fristen und ob Backups und Domainverwaltung darin enthalten sind. Es kommt vor, dass Domains beim alten Dienstleister liegen und der Umzug ein paar Tage Vorlauf braucht.

Verliere ich meinen Blog oder mein Archiv?

Nein, Beiträge werden mit Datum, Titel und URL übernommen. Ob Sie danach weiter veröffentlichen, ist eine getrennte Frage. Falls ja, richten wir eine Redaktionsmöglichkeit ein. Falls nicht, bleibt das Archiv lesbar und weiter auffindbar.

Wie lange dauert die Umstellung?

Für eine typische Unternehmensseite zwei bis vier Wochen ab Freigabe. Sehr große Seiten mit mehreren hundert URLs oder mehreren Sprachen brauchen länger. Die Live-Seite läuft während der gesamten Zeit unverändert weiter.

Nächster Schritt

Erst prüfen, dann entscheiden

Schicken Sie uns die Adresse Ihrer Website und schreiben Sie in zwei Sätzen, was Sie stört. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung, auch wenn sie lautet: alles gut so.