Konflikte
Zwei Erweiterungen greifen an derselben Stelle ein und stören sich. Typisch bei Zwischenspeichern und allem was Skripte zusammenfasst. Sichtbar wird es oft erst nach einem Update, obwohl die Ursache seit Monaten schlummerte.
Konflikte, doppelte Funktionen, verwaiste Erweiterungen. Wie sich Plugins sicher testen, ersetzen und auf ein vernünftiges Maß reduzieren lassen.
Am Anfang steht meist eine sinnvolle Entscheidung. Ein Formular wird gebraucht, also kommt ein Formular-Plugin dazu. Dann eine Bildergalerie, dann ein Zwischenspeicher, dann etwas für Weiterleitungen.
Jede einzelne Entscheidung ist nachvollziehbar. Das ganze zusammen ergibt nach einigen Jahren eine Landschaft, in der niemand mehr sagen kann was wofür da ist. Wir sehen regelmäßig Installationen mit drei Erweiterungen die dieselbe Aufgabe erfüllen, und mit zwei, die seit dem letzten Relaunch nichts mehr tun.
Ein Konflikt lässt sich fast immer lösen, das ist selten das Problem. Schwieriger ist es, ihn dauerhaft zu lösen, also so, dass er beim übernächsten Update nicht in anderer Form zurückkommt. Dafür muss man eine Ebene tiefer gehen und fragen, warum diese Erweiterung überhaupt da ist.
Was dabei selten jemand im Blick hat, ist der Umfang. Jede Erweiterung legt ein eigenes Verzeichnis an, bei kleinen Helfern mit ein paar hundert Dateien, bei Baukästen mit mehreren tausend. Fünfzehn Stück plus mehrere installierte Themes ergeben schnell einen Bestand von zehntausend Dateien aufwärts. Jede davon will bei Updates mitgezogen, bei Sicherungen kopiert und im Verdachtsfall geprüft werden.
Das ist nichts neues und kein Vorwurf an irgend welche Vorgänger. Es ist einfach die normale Folge davon, dass eine Website über Jahre lebt und mehrere Menschen daran arbeiten. Aufräumen gehört dazu, so wie in jedem Keller.
Sie treten selten allein auf, brauchen aber unterschiedliche Antworten.
Zwei Erweiterungen greifen an derselben Stelle ein und stören sich. Typisch bei Zwischenspeichern und allem was Skripte zusammenfasst. Sichtbar wird es oft erst nach einem Update, obwohl die Ursache seit Monaten schlummerte.
Ein Sicherheitspaket bringt eine Anmeldesperre mit, das Formular-Plugin ebenfalls, und das Theme hat auch noch eine. Drei Bremsen an derselben Stelle, dreimal Ladezeit, dreimal Fehlerquelle.
Der Entwickler hat aufgehört, das letzte Update liegt Jahre zurück oder die Erweiterung wurde aus dem offiziellen Verzeichnis entfernt. Solche Bestandteile bekommen keine Sicherheitspflege mehr und sind der häufigste Einstiegsweg bei Angriffen.
Für eine einzelne Kleinigkeit wird ein Werkzeug mit fünfzig Funktionen installiert. Es lädt auf jeder Seite mit, verlangt eine Lizenz und bringt bei jedem Update neues Risiko. Der Nutzen steht in keinem Verhältnis.
Erweiterungen im laufenden Betrieb zu deaktivieren ist riskant, weil manche dabei ihre Einstellungen verlieren. Deshalb passiert bei uns alles vorab in einer Kopie.
Jede aktive Erweiterung mit Zweck, Version, letzter Pflege und Lizenzstatus. Dazu die Frage, welche Funktion auf welcher Seite tatsächlich sichtbar ist.
Ein Testsystem mit identischem Stand. Dort kann gefahrlos abgeschaltet, ersetzt und wieder eingeschaltet werden.
Bei einem Konflikt wird die Hälfte deaktiviert. Ist der Fehler weg, liegt er in dieser Hälfte. Nach vier bis fünf Runden steht der Verursacher fest.
Für viele Kleinigkeiten reichen ein paar Zeilen eigener Code. Das ist wartungsärmer als ein ganzes Paket und lädt nur dort, wo es gebraucht wird.
Die bereinigte Fassung geht live, dazu bekommen Sie eine Liste: was blieb, was ging und warum. Damit kann später jeder nachvollziehen was passiert ist.
Wir prüfen jede mit denselben fünf Fragen. Wer sie für sich selbst durchgeht, kommt meist zu einem ähnlichen Ergebnis.
In der Praxis überlebt etwa die Hälfte diese Prüfung nicht. Das klingt drastisch, fällt aber im Alltag niemandem auf, weil die entfernten Teile ohnehin nichts getan haben. Was danach an Struktur folgt, steht unter Aufräumen im laufenden System.
Nebeneffekt
Weniger Erweiterungen heißt weniger Ladezeit und weniger Angriffsfläche. Beides kommt gratis dazu, siehe Ursachen langsamer Seiten.
Ausgedünnt wird eine Installation schnell wieder voll, wenn niemand die Regeln festlegt. Drei einfache Absprachen reichen meist aus.
Wenn selbst das zu viel Aufwand ist, weil im Haus niemand dafür zuständig sein will, ist das ein ehrliches Argument. Genau an diesem Punkt lohnt der Gedanke, ob eine Lösung ohne Erweiterungen nicht besser passt. Irgend wann wird die Pflege zum Hauptkostenpunkt und dann ändert sich die Rechnung. Nachzulesen unter Wege aus dem System heraus.
Es gibt keine feste Zahl. Zehn gut gepflegte sind harmloser als fünf verwaiste. Trotzdem ist eine Installation mit über zwanzig aktiven Erweiterungen fast immer ein Hinweis darauf, dass mehrfach dasselbe gelöst wurde. Ab dort lohnt der Blick.
Bitte nicht ohne Test. Manche Erweiterungen speichern Inhalte in eigenen Formaten die nach dem Löschen nicht mehr lesbar sind. Deshalb wird immer erst in einer Kopie geprüft, ob nach dem Entfernen alles noch so aussieht wie vorher.
Bei kleinen Aufgaben meistens ja, weil er nur das tut was gebraucht wird und nirgends sonst mitlädt. Bei komplexen Dingen wie einem Shop oder Mehrsprachigkeit ist eine gepflegte Erweiterung die bessere Wahl. Die Kunst liegt darin zu wissen, wo die Grenze verläuft.
Sie sollte weg, weil sie keine Sicherheitspflege mehr bekommt. Vorher klären wir, welche Funktion sie erfüllt und wie diese ersetzt wird. In vielen Fällen gibt es einen Nachfolger, sonst bauen wir die Funktion nach oder streichen sie nach Absprache.
Bei einer typischen Installation mit zwanzig bis dreißig Erweiterungen rechnen wir mit ein bis drei Tagen, inklusive Test und Dokumentation. Wenn Inhalte aus einem Builder-Format gelöst werden müssen, wird es mehr. Das sagen wir vorher.
Schicken Sie uns die Adresse Ihrer Website. Sie bekommen eine Einschätzung, welche Erweiterungen problematisch sind und was sich davon ohne Risiko ersetzen lässt.