Begriff
Was technische Schulden im Alltag bedeuten
Der Begriff kommt aus der Softwareentwicklung und beschreibt etwas, das jeder aus dem eigenen Haushalt kennt: Man löst ein Problem schnell statt richtig und zahlt später Zinsen darauf.
Bei einer Website sieht das so aus. Ein Layout klappt auf dem Handy nicht, also kommt eine kleine Ausnahme in die Stildatei. Ein Kunde braucht ein Feld im Formular, also wird eine zweite Erweiterung installiert. Ein Update macht Ärger, also wird eine Datei angepasst statt das Child-Theme zu nutzen.
Jede dieser Entscheidungen war im Moment vernünftig. Nach fünf Jahren liegt aber so viel davon auf einander, dass jede neue Änderung teurer wird als die vorherige. Genau das sind technische Schulden und Refactoring ist ihr Abbau.
Schulden abbauen heißt dabei nicht, alles auf einmal zu tilgen. Es reicht meist, die teuersten Posten anzugehen: die Stellen, an denen jede kleine Änderung überproportional viel Zeit kostet. Welche das sind, zeigt sich schon nach wenigen Stunden in einer Installation.
Wichtig: Refactoring ändert nicht, was die Website tut. Es ändert nur, wie sie es tut. Für Ihre Besucher sieht danach alles aus wie vorher, bis auf die Ladezeit. Das ist der Unterschied zu einem Relaunch, bei dem sich Struktur und Gestaltung mit ändern.