WordPress zu einer statischen Website umbauen
Fertige Seiten statt Zusammenbau bei jedem Aufruf. Das ist schnell und robust, hat aber Grenzen. Hier steht, wo statische Auslieferung passt und wo eine gemischte Lösung besser ist.
Was statisch eigentlich bedeutet
Bei WordPress entsteht jede Seite in dem Moment neu, in dem sie jemand aufruft. Der Server fragt die Datenbank, lädt Theme und Plugins, setzt daraus HTML zusammen und schickt es los.
Bei statischer Auslieferung passiert das vorher, einmal. Die fertige Seite liegt als Datei auf dem Server und wird bei einer Anfrage einfach herausgegeben. Kein PHP, keine Datenbankabfrage, kein Zusammenbau.
Der Unterschied ist größer als er klingt. Eine Datei auszuliefern dauert wenige Millisekunden und funktioniert auch dann noch, wenn gerade viele Besucher gleichzeitig kommen. Ein CMS unter Last braucht Caching-Ebenen, die selbst wieder gepflegt und bei Fehlern debuggt werden müssen.
Statisch heißt aber nicht unveränderlich. Inhalte lassen sich weiterhin bearbeiten, nur eben getrennt vom Ausliefern. Wer etwas ändert, löst einen kurzen Bauvorgang aus und danach liegt die neue Fassung bereit.
Kurz gesagt
Die Arbeit verschiebt sich vom Moment des Aufrufs in den Moment der Änderung. Da Besucher deutlich häufiger aufrufen als Redakteure ändern, lohnt sich dieser Tausch bei den meisten Unternehmensseiten.
Nicht jede Seite muss rein statisch sein
Gemischte Lösungen sind der Normalfall. Ein Formular braucht einen serverseitigen Endpunkt, eine Suche vielleicht einen kleinen Dienst. Der Rest bleibt statisch. Wer etwas anderes behauptet, verkauft ein Prinzip statt einer Lösung.
Was sich wie übertragen lässt
Die ehrliche Antwort auf die Frage, was geht, lautet: fast alles, aber unterschiedlich aufwendig. Diese Übersicht zeigt die Fälle die am häufigsten vorkommen.
| Funktion | Wie es danach läuft | Aufwand |
|---|---|---|
| Kontakt- und Anfrageformulare | Eigener Endpunkt mit serverseitiger Prüfung, Spam-Schutz und Bestätigungsmail | gering |
| Blog und Nachrichtenarchiv | Vorgebaut, mit Übersichtsseiten, Kategorien und Feed | gering |
| Suche auf der Website | Index wird beim Bauen erzeugt und im Browser durchsucht | mittel |
| Mehrsprachigkeit | Getrennte Verzeichnisse mit sauberen Sprachverweisen | mittel |
| Karten und Terminbuchung | Eingebundene Dienste, geladen erst nach Einwilligung | mittel |
| Geschützte Mitgliederbereiche | Braucht weiterhin serverseitige Logik, also keine rein statische Lösung | hoch |
| Shop mit Bestand und Konten | Gehört in ein Shopsystem, nicht in eine statische Auslieferung | ungeeignet |
Je nach dem wie viele dieser Punkte bei Ihnen vorkommen, entsteht entweder eine vollständig statische Seite oder eine Mischform. Beides ist in Ordnung. Wichtig ist nur, dass die Entscheidung vor dem Umbau fällt und nicht mittendrin.
Wer danach Inhalte pflegt
Das ist die Frage die im Erstgespräch am meisten Sorge macht, und sie hat drei mögliche Antworten. Welche passt, hängt vorallem davon ab, wie oft Sie tatsächlich etwas ändern.
Änderungen über uns
Bei zwei bis zehn Änderungen im Jahr ist das der unaufgeregteste Weg. Sie schicken eine Mail, wir setzen es um, meist am selben Tag. Kein Werkzeug, das erlernt, und keine Oberfläche, die gepflegt werden muss.
Einfacher Editor für Textdateien
Inhalte liegen in lesbaren Dateien, eine schlanke Oberfläche erlaubt das Bearbeiten im Browser. Nach dem Speichern läuft der Bauvorgang automatisch. Gut geeignet für eine Person die regelmäßig kleinere Dinge anpasst.
Redaktionsoberfläche für mehrere Personen
Wenn im Haus wirklich redaktionell gearbeitet wird, bekommen Sie eine Oberfläche mit Rollen und Vorschau. Sie ist reduziert auf die Bereiche, die sich ändern, unteranderem deshalb bleibt sie übersichtlich.
Warum weniger Technik weniger Angriffsfläche bedeutet
Die meisten erfolgreichen Angriffe auf WordPress-Seiten laufen über bekannte Lücken in Erweiterungen oder über schwache Zugänge im Login. Fällt beides weg, entfallen diese Wege.
- Kein öffentlich erreichbares Anmeldeformular unter einer bekannten Adresse
- Keine Datenbank die über die Website angesprochen wird
- Keine Erweiterungen fremder Anbieter im Auslieferungsweg
- Weniger ausführbarer Code auf dem Server, oft gar keiner
Im übrigen bleibt trotzdem Arbeit übrig. Zertifikate laufen ab, der Server braucht Aktualisierungen und Ihre eigenen Zugangsdaten bleiben ein Thema. Wir versprechen keine unangreifbare Website, sondern eine mit deutlich kleinerer Fläche. Was regelmäßig geprüft werden sollte, steht auf der Seite zum Prüfung des Sicherheitszustands.
Nebeneffekt Geschwindigkeit
Weil nichts mehr zusammengebaut wird, verbessern sich die Werte für Ladezeit und Reaktionsfähigkeit meist deutlich. Was dahintersteckt, steht unter Ladezeit und Core Web Vitals.
So umbauen wir eine bestehende Seite
Der Weg ist immer derselbe, unabhängig davon ob am Ende alles statisch ausgeliefert wird oder eine Mischform entsteht. Er beginnt nicht mit einem Export, sondern mit einer Liste.
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Alle Adressen erfassen
Aus Sitemap, Serverprotokollen und der Search Console entsteht eine vollständige Übersicht der vorhandenen URLs. Erst dann wissen wir, worüber wir eigentlich reden.
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Funktionen sortieren
Jede aktive Funktion wird geprüft: wird sie benutzt, braucht sie einen Server, gibt es eine schlankere Entsprechung. Was in zwei Jahren niemand aufgerufen hat, fliegt nach Absprache raus.
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Vorlagen nachbauen
Wir bauen die Seitentypen nach, nicht jede einzelne Seite von Hand. Startseite, Leistungsseite, Beitrag, Übersicht, Kontakt und Rechtstexte reichen meist aus.
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Inhalte übernehmen und abgleichen
Texte, Bilder und Metadaten wandern strukturiert in die neue Umgebung. Danach vergleichen wir Seite für Seite gegen das Original und protokollieren jede Abweichung.
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Endpunkte und Weiterleitungen
Formulare bekommen ihren serverseitigen Empfänger, alte Adressen ihr eindeutiges Ziel. Beides wird getestet bevor umgeschaltet wird.
In der Summe kostet der ehrliche Weg etwas mehr Zeit als ein automatischer Export. Dafür wissen Sie hinterher, was auf Ihrem Server liegt und warum es dort liegt. Das ist der Unterschied zwischen einem Umzug und einem Abzug.
Wann wir davon abraten
Ein paar Fälle sprechen klar gegen diesen Weg. Wir sagen das lieber vorher als nach der Rechnung.
- Ihre Website ist im Kern ein Shop mit Bestand, Bestellungen und Kundenkonten.
- Es gibt einen geschützten Bereich mit Logins für Kunden oder Mitglieder.
- Inhalte kommen automatisch aus einem anderen System und ändern sich mehrmals täglich.
- Mehrere Redakteure arbeiten parallel und brauchen Freigabeprozesse.
- Die Seite lebt von Nutzerbeiträgen, Kommentaren oder Bewertungen.
- Es laufen Buchungs- oder Verfügbarkeitsabfragen in Echtzeit.
- Ein Paar sehr individuelle Plugins bilden Kernprozesse ab, für die es keine Entsprechung gibt.
- Der Relaunch steht ohnehin an und die Inhalte sollen komplett neu entstehen.
Trifft davon nichts zu, ist statische Auslieferung meist die pflegeleichteste Lösung. Trifft eines zu, heißt das nicht automatisch, dass alles bleiben muss wie es ist. Oft lässt sich der problematische Teil abtrennen und der große Rest trotzdem vereinfachen. Wie das im Gesamtbild aussieht, steht unter Rückbau als Gesamtprojekt.
Fragen zur statischen Auslieferung
Kann ich Inhalte danach überhaupt noch selbst ändern?
Ja. Der Unterschied ist nur, dass Ihre Änderung einen kurzen Bauvorgang auslöst statt sofort live zu gehen. In der Praxis dauert das unter einer Minute. Wie komfortabel die Bearbeitung sein soll, legen wir vorher gemeinsam fest.
Funktioniert mein Kontaktformular noch?
Ja, es bekommt einen eigenen serverseitigen Endpunkt mit Prüfung der Eingaben, Spam-Schutz und einer Bestätigung für den Absender. Das ist meist zuverlässiger als vorher, weil ein Formular-Plugin dabei nicht mehr im Weg steht.
Was passiert mit meiner Website-Suche?
Beim Bauen entsteht ein Suchindex, der im Browser durchsucht wird. Für Seiten bis in den mittleren dreistelligen Bereich funktioniert das gut und schnell. Bei sehr großen Archiven binden wir stattdessen einen kleinen Suchdienst an.
Ist eine statische Seite gut für Suchmaschinen?
Sie hat keinen Bonus, aber auch keine Nachteile. Was zählt, sind saubere Adressen, gute Ladezeiten, sinnvolle interne Verlinkung und Inhalte, die zur Suchanfrage passen. Der technische Unterbau hilft vor allem dabei, sich nicht selbst im Weg zu stehen.
Was kostet der Betrieb danach?
Meist deutlich weniger als vorher, weil Plugin-Lizenzen und regelmäßige Update-Tests wegfallen. Was bleibt, sind Hosting, Domain und gelegentliche inhaltliche Arbeit. Eine belastbare Zahl nennen wir erst, wenn wir den Umfang kennen.
Wir sagen Ihnen, ob es zu Ihrer Seite passt
Nennen Sie uns die Adresse Ihrer Website und die Funktionen, auf die Sie nicht verzichten können. Sie bekommen eine klare Aussage dazu, was sich sinnvoll übertragen lässt.