In Zahlen
Warum wir die Dateien zählen
Wenn wir eine Installation übernehmen, ist eine der ersten Zahlen, die wir aufschreiben, die Anzahl der Dateien auf dem Server. Sie sagt erstaunlich viel über den Pflegezustand aus.
Der Kern von WordPress besteht schon im Auslieferungszustand aus mehreren tausend Dateien. Dazu kommt für jede Erweiterung ein eigenes Verzeichnis, bei kleinen Helfern mit wenigen hundert, bei Baukästen und Shopsystemen mit mehreren tausend Einträgen. Themes bringen ihre eigenen mit, und in der Praxis liegen meistens vier bis zehn davon herum, obwohl nur eines aktiv ist. Rechnet man das zusammen, kommt eine gewachsene Firmenseite je nach Ausstattung auf einen Bestand zwischen zehntausend und fünfundvierzigtausend Dateien. Das sind Werte aus unseren eigenen Projekten, keine Schätzung aus zweiter Hand.
Nach dem Umbau bleiben davon rund fünfzig übrig. Für jede Seite eine Datei, dazu eine Stildatei, ein kleines Skript, vier Schriftdateien, die Weiterleitungsregeln, ein serverseitiger Endpunkt für Formulare und Ihre Bilder. Mehr braucht eine Unternehmenswebsite nicht, wenn niemand mehr täglich daran schreibt.
Was die Zahl praktisch bedeutet
- Sicherheit: Was nicht auf dem Server liegt, kann keine Lücke haben. Die typischen Einstiegswege verschwinden mit den Verzeichnissen.
- Backups: Eine Sicherung dauert Sekunden statt Minuten und lässt sich im Ernstfall auch wirklich zurückspielen.
- Updates: Es gibt keine mehr. Damit entfällt der monatliche Testaufwand und die Angst davor.
- Nachvollziehbarkeit: Sie oder ein anderer Dienstleister können den kompletten Bestand an einem Nachmittag verstehen.
Ehrlich dazugesagt: Die Zahl allein ist kein Qualitätsmerkmal. Eine schlecht gebaute Seite mit fünfzig Dateien ist immer noch schlecht gebaut. Und Bilder zählen mit, ein umfangreiches Archiv verschiebt den Wert deutlich nach oben. Als Anhaltspunkt für den Pflegeaufwand taugt sie trotzdem besser als jede Beschreibung.
Warum das Erfahrung braucht
Eine solche Installation auseinanderzunehmen ist keine Fleißarbeit, sondern eine Frage der Orientierung. Man muss wissen, wo ein Theme seine Funktionen ablegt, welche Verzeichnisse ein Baukasten anlegt, wo Formulare ihre Empfänger speichern und an welcher Stelle über die Jahre eigener Code hineingeschrieben wurde. Wer das zum ersten Mal macht, verbringt mehrere Tage damit, überhaupt eine Landkarte zu erstellen.
Wir haben diese Strukturen anderthalb Jahrzehnte lang selbst gebaut. Deshalb erkennen wir nach kurzer Zeit, was tragend ist und was nur mitläuft. Das ist der eigentliche Grund, warum ein Rückbau bei uns planbar bleibt und nicht in einer offenen Rechnung endet.